Klinische Psycho-Neuro-Immunologie

Alles ist mit allem verbunden

Die klinische Psychoneuroimmunologie (KPNI) ist eine interdisziplinäre Gesundheitswissenschaft. Sie beschäftigt sich mit den Zusammenhängen aller Systeme des Körpers und der Frage: Was kann ich selbst tun, um das komplexe Zusammenspiel des Körpers positiv zu beeinflussen?

Die Systeme des Körpers arbeiten in miteinander verbundenen Netzwerken, die von Nerven und Hormonen gesteuert werden. Beispielsweise ist ein gut funktionierender Magen-Darm-Trakt die Voraussetzung dafür, dass die Stoffe, die man mit der Nahrung zu sich nimmt, auch tatsächlich aufgenommen werden können. Nur, wenn sich der Körper nicht ständig im Kampf- oder Fluchtmodus befindet und eine gute Zusammenarbeit mit unseren Darmbakterien stattfindet, kann diese Stoffaufnahme adäquat durchgeführt werden.

Der Lebensstil des modernen Menschen
Unsere heutige Lebensweise stellt im Sinne der Evolution auf der einen Seite unbekannten Komfort, aber auf der anderen Seite unbekannten Stress bereit. Dies kann dazu führen, dass unsere Physiologie entgleist, denn wir sind als Mensch weder an ein Übermaß an Komfort noch an dauerhaften Stress angepasst. Diese Diskrepanz kann die Ursache für viele gesundheitliche Probleme sein und sogar dazu führen, dass Stoffe in den Körper gelangen, die dort Schaden anrichten können. Werden diese Stoffe vom Immunsystem bekämpft, kommt es zu einer sogenannten niedriggradigen Entzündung und zur Vernachlässigung diverser Körperfunktionen, die zunächst für das Überleben primär unwichtig sind. Dadurch werden überlebenswichtige Bereiche geschont. Dieser Vorgang kostet viel Kraft, die einem in anderen Bereichen fehlt. 

Was ist passiert?
In der Anamnese wird genau geforscht welche Mechanismen bei Ihnen persönlich im Laufe des Lebens dazu geführt haben, dass der Körper an seine Grenzen gestoßen ist und was ihm fehlt, das Problem zu lösen.

  • Was für Beschwerden bestehen und wann sind sie erstmals aufgetreten?
  • Wann haben Sie im Leben besondere Stressphasen erlebt, die dazu geführt haben, dass Sie bestimmte Verhaltensmuster entwickelt haben, die nützlich waren, es aber eventuell jetzt nicht mehr sind?
  • Welche persönlichen Risikofaktoren hemmen die Heilung?
  • Was ist Ihr individueller Weg, um wieder in die Energie, Lebensfreude und Kraft zu kommen?
  • Wie können Sie unter Anleitung wieder zum aktiven Gestalter im Selbstmanagement Ihrer Gesundheit werden und Kontrolle über Ihre eigene Gesundheit erlangen?

Individueller Weg
Die Persönlichkeit beeinflusst die Entstehung der Beschwerden. Zum Beispiel kann es sein, dass sich Rückenschmerzen verstärken, weil man als Mensch, für den zwischenmenschliche Beziehungen wichtig sind, zu Hause im Homeoffice ist. Das ist ein Grund warum nicht jeder die gleichen Krankheitssymptome entwickelt. Denn wir alle haben unterschiedliche Persönlichkeiten. Die Symptome sind die Sprache, mit der der Körper und Geist mitteilt, dass „etwas nicht stimmt“; selten sind sie das eigentliche Problem. Erst, wenn mehrere Faktoren zusammen kommen, entstehen Symptome. Das hat große Vorteile, denn man kann auch an verschiedenen Fronten angreifen, um eine Besserung zu erzielen.

Wissenschaft
Studien und Untersuchungen liefern fortlaufend neue Erkenntnisse darüber, welchen Einfluss wir durch verschiedene Lifestyle-Faktoren auf unsere Gesundheit haben. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Behandlungsansätze.

Haben sich Krankheitssymptome eingestellt, ist dies aus der Sicht der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie der Versuch des Körpers eine Lösung für sein Problem zu finden. Fehlen jedoch entscheidende Parameter, kommt es nicht zur tatsächlichen Auflösung des Problems. Wichtig für sie ist es selbst zu sehen, zu verstehen oder zu spüren, was zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte notwendig ist.

Regulation
Die Möglichkeit die Regulierung des Körpers zu unterstützen, geschieht durch die Kombination verschiedener Interventionen und Anleitungen für zu Hause.

Die Werkzeuge der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie sind unter anderem:

  • Umgang mit emotionellen, sozialen und weiteren Belastungen 
  • Bewegung (Unterbrechung von langen Sitzphasen, Sport)
  • Schlaf & Biorhythmus (Welches Verhalten ist Voraussetzung für einen guten Schlaf und Energie über Tag?)
  • Artgerechte Ernährung (Was braucht der Körper? Was braucht er nicht? Wie oft und wie viel braucht er?)
  • Spezifische Unterstützung mit natürlichen Substanzen und Nährstoffen
  • Atmung
  • Thermoregulation

Resilienz – Was nicht tötet, macht Dich stärker
Der Wegfall evolutionärer Stressfaktoren in unserer modernen Zeit hat seinen Preis, aber gemeinsam können wir mit Hilfe der verschiedenen Interventionen Wege finden, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken und die Anfälligkeit für Krankheiten zu reduzieren. Denn durch Maßnahmen, wie unter anderem intermittierender Hunger, Durst, Kälte, Hitze, Sauerstoffmangel, werden in der richtigen Dosierung die Stressachsen synchronisiert, das Gehirn kann die richtigen Entscheidungen treffen und das Immunsystem kann in adäquatem Maß seine Arbeit verrichten. 

Mit dem Mut zur Veränderung und dem Willen zur Weiterentwicklung können kleine Schritte zu einer großen Änderung im System führen.